war noch nicht genug, sie wurden vor den Besitzer deS Hause- gebracht. Man fragte jeden nach dem Namen seiner Aeltern. Karl und Fritz waren äußerst beschämt und zum ersten Mahle fühlten sie Reue, daß sie sich halten verführen lassen, ihren Aeltern ungehorsam zu sein. Was wird der Vater sagen? Was wir» die Mutter sagen? so dachten sie jeden Augenblick mit Iittecit. Der Besitzer des Gartens kannte und lieble ihren Vater. Er sah wohl, daß die beiden Knaben, von welchen er immer so viel Guttes gehört hatte, waren verführt worden. Er wollte ihnen diesen Vorfall zur einer ernsten Warnung machen, um sie zu bessern.
Was habt ihr gethan? sprach er mit einem finstern Blicke zu den gefangenen Knaben. Ihr habt meine Fenster eingeworfen, ihr oder eure ungezogenen Gesellschafter. Aber daS geht mich nichts an; euch habe ich gefangen, und ihr sollt mir dar für büßen und den Schaden bezahlen. Könnt ihr das?
Die Knaben sahen sich an und schwiegen. Karl und Fritz wurden feuerrot!) vor Scham.
Also, ihr könnt nicht bezahlen? sprach der Herr des Gartenhauses weiter. Gut, so muß ich euch bei Wasser und Brod gefangen halten, und ihr müßt für mich arbeiten, bis ihr meinen Schaden erseht habt.
Da half kein Schreien, kein Trotzen. Die Knaben wurden von den Dienstboten ergriffen und fortgeführt. Karl und Fritz weinten bittere Thränen, wenn sie an ihre Aeltern dachten. Dem Herrn des Gartenhauses war das ein gutes Zeichen, denn er schloß daraus, daß die Kinder ihren Fehler bereuten. Er ließ Karl und Fritz von den übrigen bösen Knaben trennen und beide in eine kleine finstre Kammer einsperren.
Da saßen sie einige Stunden. Jetzt sahen sie wohl ein, wie sehr ihr Vater recht gehabt hatte, als er sie vor schlechter Gesellschaft warnte, jetzt nahmen sie sich fest vor, sich nie wieder von bösen Buben verleiten zu lassen, und den wohlgemeinten Lehren ihrer Aeltern folgsam zu sein. Der Herr des Gartenhauses hatte indessen ihren Aeltern sagen lassen, was vorgefallen war. Gegen Abend kam ihr Vater zu ihm. Eine halbe Stunde nachher kam ein Mann zu den beiden kleinen Gefangenen herein, um sie wieder aus dem Kerker zu holen. Sie gingen zitternd -an seiner Hand. Aber wie erschraken sie, als sie ihren Vater neben dem Herrn des Gartenhauses sitzen sahen. Er blickte sie mit einem finstern Auge an. Nie hatte er sie so strenge angesehn. Als er den Mund öffnete, um ihnen ihr

