5 -j
falligkeit selbst, suchte es aber, dem Vater, so lange dieser im Zimmer war, und den kleinen Gast lobte und liebkoßre, immer bemerkbar zu mache». — Adelheid stellte im Siillen über des Bruders Wankelmuth ihre Betrachtungen an, und als Ferdinand weggegangen war, konute sie sich auch nicht enthalten, ihre Verwunderung darüber laut werden zu lassen. Leopold erröthete und Frau Weilmann forschte weiter nach. Da ergab es sich, daß Ferdinand von dem Lehrer vor einigen Tagen Verdruß bekommen hatte, und daß Leopold, um ja nicht in der Gunst desselben, die er im vorzüglichen Grad besaß, zu sinken, sich seitdem von ihm ganz entfernt hielt. „Aber warum warst du denn jetzt s» freundlich gegen ihn?" fuhr die Schwester in Leopold dringend fort: „Laß mich in Ruhe," erwiederte er, „du fragst mich so peinlich, wie ein Richter." „Ja, ja, nicht umsonst," wandte Adelheid ein; „du bist ein pfiffiger Herr. Weil der Lehrer den armen Jungen getadelt hat, verlaugnetcst du aus schmeichelnder Unterwürfigkeit im Angesicht von

