wissen, daß dir immer Etwas verheimlicht bleibt; besonders mußt du wegen des heutigen Briefs noch einige Zeit Geduld haben, bis du die Folge seines Inhalts erführst.

Adeline machte ein saures Gesichtchen, allein das half nichts, denn was Herr von Gersdorf Gutes oder Böses verhieß, das geschah immer genau; daher verstrichen auch noch 9 Wochen, ehe ihr jenes Geheim­niß offenbar wurde. An einem Abend hielt endlich einmal ein Reisewagen vor der Thüre, und ein Mädchen in AdelinenS Alter stieg aus demselben. Es war die Nichte des Herrn von Gersdorf. Ihr Vater, der schon viele Jahre im Witwenstand lebte, und kürz­lich das Unglück erfuhr, in einem banquerott gewordenen HandlungShause einen großen Theil seines Vermögens zu verlieren, hatte in dem oft schon erwähnten Brief, seinem Bruder Alles mitgetheilt, und um Hülfe ge­beten. Er besaß mehrere Minder, und so machte ihm Herr von Gersdorf im Einver- stündniß mir seiner würdigen Gattin den Vorschlag, zu seiner Erleichterung eine Tochter