begegnet, Väterchen?" fragte Liddi schmeichelnd, und strich jenem die faltige Stirn. Er erwie­derte mit einiger Heftigkeit:Ich habe wie­derholt erlebt, dast bei manchen reichen und vor­nehme» Leuten das Gehirn nicht auf dem rech­ten Flecke sitzt, und die das Recht zu haben vermeinen, andere, ihnen untergebene Men­schenkinder mißbrauchen zu dürfen. Ein wacke­res, gebildetes Mädchen dient bei der Baronin Wellcnrode als Kammerjnngfer, und sitzt wahrhaftig dort in keinem Rosengarten. Der gejtzige» Alten ist Alles zu viel, was sie ihr geben soll, und die Frauleins lassen sie ihre hochmülhige Laune gewaltig fühlen. Liddi's Herz bewegte des Vaters Erzählung, die er noch weitlüuftiger mittheilte, und erweckte den lebhaftesten Antheil an Fanny's Schicksal in ihr. Sie sann still darüber nach, wie es ihr möglich wäre, sich jener zu nähern, und ihre Lage ihr angenehmer zn machen.Hast Du keinen ärztlichen Auftrag an Deine Kranke, lie­ber Vater? " fragte sie endlich. Doktor Bücher errieth Liddi's Wunsch, und erfüllte ihn auch. Er ließ durch sie nach Fanny s Befinden fragen.