erschienen am Himmel dicke Wolken mit Regen. Beim Mondlicht erstiegen mir die Hügel, nnd übernachteten dann auf Sandboden. Der Thau war in einigen Nächten stark niedergefallen, so daß Mor­gens unsre Kleidung durchnäßt war; aber bald nach dem Aufbruche des Morgens verschwand der Thau. Bisweilen ruhetcn wir uns in der Mittagsstunde aus, bisweilen nahmen wir Mittags Brot und einen Schluck Wasser, und blieben auf den Kamcelcn sitzen, nach dem Brauch der Reisenden in den Wüsten des Orients; er­holten uns aber von unsern Strapazen am Abend nach Untergang der Sonne, wenn wir nach eingenommener Abendmahlzeit in der Wüste herumstrichen, oder bis zur völligen Finsterniß uns unter­hielten, und das gemüthliche Leben unserer Araber in der Ferne beobachteten, wie sie um's Feuer mit weißen Turbanen saßen, und hinter ihnen die Kamcclc über ihre Herren den Hals ausstreckten. Nach der Abcnduntcrhaltung hüllten wir uns in unsre weiten Reisemäntel, und legten uns um das Feuer, und behaglich schliefen wir unter dem klaren Himmel und helleren Sternen ein, als Europa sie kennet.

Morgens wurden wir von den Arabern aus dem tiefen Schlafe geweckt, und sobald die Kameele wieder beladen waren, ging es vorwärts. Iouma pflegte dann seinen Trauergesang in arabischer Sprache anzustimmen; denn wir im Morgenschlafe gestörte Reisende pflegten dann selten schon zur Unterhaltung munter und gestimmt zu seyn, und warfen vielmehr noch über unsere Kleider die Ma­tratzen, auf denen wir ruhetcn, um uns vor der kalten Morgenluft zu schützen. Schön ist in Aegyptcn der Untergang der Sonne; aber noch schöner ist ein Sonnenaufgang in der Wüste, obgleich