man in der Morgenkälte Schauer empfindet. Viele glühende Strah­len entstehen und verschwinden, und eine Zeit lang ist der Himmel blau und klar; plötzlich strahlt aber die Sonne am Horizont, und verbreitet sich rasch über Sand und Felsen, so daß man wohl be­greift, wie ein persischer Feueranbeter oder der Zmam von der Spitze des Minarets den Preis und Segen der Sonne zu verkündigen, sich gemüthlich angeregt fühlt.

Der Weg wurde nun weniger einförmig, wegen abwechselnder tiefer Thäler mit sparsamen Palmen. Den nächsten Morgen ka­men wir in eine schöne, mit hohen, zum Theil schwarzen Felsen, auch scharfen und schroffen Spitzen umschlossene Wüste.

Mitten in der Ebene erhoben sich sanft einzelne Felsen verschie­dener Formen und Farben, bekleidet mit dunkelgrünem Gesträuch. Kleine Karavancn oder einzelne Reiter auf Kamcelen hatten uns ihr »Friede sey init euch« angekündigt. Viel Vergnügen machte uns der herrliche, in Suez als Luxusartikel für unsere Reise angekaufte Thee, da man keine Flcischnahrung mit sich führen kann. Man lebt in der Wüste fast blos; von Reiß, Brot und Kaffee.

In der nächsten Nacht war ein sehr wildes, von nackten und steilen Felsen umgebenes Thal, dessen Seiten der helle Mond be­leuchtete, unser Ruheplatz. In der Mitte der Vertiefung bewegten sich die Araber in ihrer malerischen weißen Kleidung mit einem Turban, der Tunica, der Schärpe, den weiten Beinkleidern und Sandalen und ihren Kameelcn.

Wir sandten voraus Iouma und meinen Diener, um dem Kloster anzukündigen, daß wir nahe waren. Am folgenden Tage

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