lauert auf die vorbey schwimmenden Fische, indem er mit seinen Fasern spielet; die Fi­sche, welche diese Fasern für Würmer ansehen, nähern sich ihm um so viel dreister, da sie weder von seiner schmutzig braunen Oberfläche, die sie für ein Stück Erde, noch von dem aufgesperrten Rachen, den sie für ein Loch ansehen, zurück gescheucht werden , um nach Hem vermeinten Wurm zu haschen, und er verschlingt sie alsdann ohne Mühe,

Die Stöhre.

Die Stöhre, welche unter die ärgsten Raubfische gehören, und b"y einigen Schrift­stellern auch unter dem Russischen Nahmen Belluga vorkommen, haben an jeder Seite ein spaltenförmiges Luftloch, ein zahnloses Maul, welches sich unter dem Kopfe befindet, einige Vartfaseru und zwey Bauchfloßen. Der Rogen dieser Fische, welcher unter dem Nahmen Kaviar bekannt ist, wird theils getrocknet, theils eingesalzen, und sehr weit ver­schickt. Man unterscheidet gemeiniglich in diesem Geschlechte drey Arten, nähmlich den gemeimen Stöhr, den Sterlet, und den Hausen.

Der gemeine Stöhr (%. 2), welcher eigentlich das Meer bewohnt, aber auch sehr häufig in die Donau, Themse, Elbe und andere große Fl'üße kommt, hat ein lan­ges, spitzig zugehendes Maul, vier Bartfasern, doppelte Nasenlöcher, tngleichen fünf Reihen stachelichter Buckel auf dem Rücken und tUf Schuppen oder Schilde, womit die Buckel auf dem Rücken bedeckt sind. Mitten am Bauche befinden sich gleichfalls einige Buckel. Diese Fische haben die Gewohnheit, daß sie gemeiniglich, wie die Gän­se, hinter einander schwimmen; man will auch oft bemerkt haben, daß immer der folgen­de sich mit dem Maule an den Schwanz des vorher gehenden anhängt. In Ansehung der Größe findet man einen beträchtlichen Unterschied. Die größten Stöhre sind acht­zehn bis zwanzig Schuh lang, und wiegen über tausend Pfund. Die kleinern aber sind viel fetter und schmackhafter, als die größer». Man pflegt sie sowohl frisch zu essen, als auch einzusalzen und zu märinlren.

Der Sterlet, welcher vorzüglich in Rußland, und zwar am häufigsten in der Wolga und am Caspischcn Meere gefunden wird, weicht in Ansehung der Gestalt sehr wenig von dem gemeinen Stöhr ab. Er hat ebenfalls vier Bartfasern und vier Reihen Buckel, aber mehr Rückenschuppen, deren Anzahl von einigen Schriftstellern auf fünf­zehn gesetzt wird. Die Länge dieses Fisches, welcher den besten Kaviar giebt, beträgt acht bis neun Schuh.

Der pausen, welcher ein Bewohner der Wolga und Donau ist, aber auch in andern großen Flüßen bisweilen angetroffen wird, hat auf dem Rücken drcyzehn, und auf dem Schwänze drey und vierzig Höcker, welche aber mit zunehmendem Alter ver­schwinden. Von diesem Fische» welcher eben die Größe hat, wie der gemeine Stöhr, kommt die bekannte Hausenblase, die man auch Fischleim nennt, well man sich derselben zum leimen bedienen kann. Man macht dieselbe aber nicht bloß aus der Blase dieses Fisches, sondern auch aus der Haut, aus den Floßfedern, Eingeweiden und andern