Lauf nach der andern Seite des Waldes richten, die Peters Standpunkte ganz entgegengesetzt war.

Richtig kam auch dort ein Häschen aus dem Walde, mun­ter lief eS auf die Wiese hinaus, der Jäger folgte mit der Spitze seines Flintenlaufes seiner Richtung. Jetzt setzte sich der Hase auf der Wiese, machte ein Männchen und spitzte die Ohren Puff, da krachte der Schuß. Der Hase fuhr zusam­men, war aber schnell wieder auf den Beinen und eilte dem Walde zu, dahin wo Peter stand. Der zweite Jäger schoß eben­falls, aber er mußte gefehlt haben, der Hase lief weiter gerade auf Peters Baum zu. Wie er näher kam, sah Peter, daß er blutete, er hielt sich regungslos und holte mit seinem Stocke

aus, da war der Hase, bumS schlug Peter nieder-

da lag er.

Hurah! schrie Peter und hob den Hasen auf. Die Jäger eilten herbei. Nun gieb her, sagte der eine, der Hase wäre auch ohne deinen Hieb bald gestürzt.

Na Gott weiß, wohin der noch gelaufen wäre, sagte Pe­ter, nein, meine Herren, der Hase ist mein.

Das fehlte noch, sagte der Jäger, haben wir deshalb stun­denlang hier gestanden, damit du unS das Wild vor der Nase wegnehmen sollst.

O, waS das anlangt, sagte Peter, da bin ich schon viele, viele Tage vergeblich auf die Jagd gegangen und mancher Jä­

ger hat mir schon vor der Nase ein Rebhuhn oder einen Ha­sen weggeschossen. Aber diesen habe ich nun selbst ehrlich er­legt und werde ihn meiner Mutter bringen.

Wie, du gehst regelmäßig auf die Jagd? fragte der andere

Herr.

Nun, das sehen Sie doch wohl, antwortete Peter, wozu hätte ich denn sonst die Jagdtasche.

Und hast du schon öfter einen Hasen erlegt?

Nein, heut zum ersten Male, nur einen Igel habe ich ein­mal gefangen.

Was soll denn deine Mutter mit dem Hasen machen?

Ihn braten.

Ißt sie denn so gern Hasenbraten?

Ei, sie hat ihn vermuthlich eben so wenig jemals gekostet, als ich; aber wenn man Tag aus Tag ein Kartoffeln ißt, so möchte man auch wohl einmal eine Abwechselung.

Höre Freund, sagte der letzte Jäger zum ersten, der Junge kommt mir vor wie der kleine Roland vor Kaiser Karls Tafel­runde. Ich denke, wir lassen ihm des Spaßes wegen das Häschen, es ist so nur ein ganz junges Ding.

AIS der erste Jäger ja genickt, sprach der andere zu Pe­ter: Nun, so geh' in GotteS Namen mit deinem Hasen zu dei­ner Mutter und hier hast du noch etwas Schießgeld, das stecke in deine Jagdtasche, denn der Hase geht doch nicht hinein.

Peter nahm den Hut ab und bedankte sich, dann sprang er eilig mit seinem Hasen davon zu der Stelle hin, wo seine Mutter Reisig zu lesen pflegte.

Die Mutter saß unter einem Baume und ruhte aus, denn sie hatte schon den ganzen Sack und die Schürze voll Reisig gesammelt; PeterS kleine Schwester stand neben ihr.

Triumphirend kam Peter mit seinem Hasen heran, hoch hielt er ihn an den Hinterbeinen nach Jägerart in die Höhe: Nun Mutter, was habe ich gesagt? Ja am Morgen muß man auf die Jagd gehen! Sieh, das ist noch ein ganz junger Hase, der muß herrlich schmecken! Komm nach Hause und brate ihn für uns!

Ach lieber Peter, dazu gehört Butter und Speck und eine Bratpfanne, was wir Alles nicht haben.

O, ich habe auch Schießgeld, sagte Peter, das geschenkte Geld auS der Jagdtasche ziehend, dafür kannst du alles Nö­thige kaufen. Und dabei erzählte er der Mutter sein Aben- theuer.

Die Mutter aber war doch dafür, den Hasen dem Herrn Pfarrer zu bringen, der ihr dafür ein gutes Stück Kalbfleisch gab, welches den Kindern und ihr eben so gut schmeckte, wie ein Hase. Peter aber hieß von der Zeit an im Dorfe überall der wilde Jäger.