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[er. Der Witter von Ardillere ergriff das Wort und forderte den Kaiser auf, den Thäter zu verfolgen. Karl sprach: „Nicht von Räubern wurde diese Zierde meines Thrones erschlagen, denn der Räuber läßt ihm nicht den reichen Perlenschmuck, es war ein geheimer Feind, der diese grauenvolle That verübt hat. Nach allen meinen Kräften will ich bemüht sein, den Thäter auszuforschen und zu bestrafen. Wohlauf denn, Ritter, wir wollen uns alle reinigen vom Verdachte."*) Und der Kaiser ging zur Leiche, be- rührte die Wunde und nach ihm die übrigen Witter. Als aber unter den letzten auch Macaire sich nahte, da sprang mit furchtbarem Satze Bondy auf den erschreckten Witter. Mit Gewalt mußte er befreit werden. Er trat abermals heran, aber mit gewaltigem Sprunge sich losreißend, war Bondy da. Die Anwesenden erschraken, wie ein Blitz durchfuhr den Kaiser und alle Uebrigen derselbe Gedanke. Der Witter wurde abermals entfernt, daraus sprach der Kaiser: „Witter von Macaire, ich beschuldige Euch, den Mord an dem Witter Aubry von Montdidier verübt zu haben. Und wenn Ihr nicht freiwillig den Mord eingestehet, so wolle sich die Braut, die so früh zur Wittwe geworden, einen Kämpfer gegen Euch aussuchen." Macaire schwieg. — Brunhildens Blicke schweiften in dem Kreise umher, und hafteten endlich auf Bondy. Schluchzend sprach sie zum Kaiser: „Der treue Hund, der Gefährte meines ermordeten Bräutigams, soll meine Partei nehmen." Darauf sprach der Kaiser: „Witter von Macaire, ich bestimme, daß Ihr mit dem Hunde, als Kämpfer für die Sache der bejammernswerthen Wittwe, den Kampf bestehet, damit Gott, der die Gerechtigkeit liebt, den Schuldigen anzeige.
*) Im Mittelalter glaubte man, daß die Wunde eines Erschlagenen zu bluten anfange, wenn der Mörder sie berühre. Auch war der Glaube verbreitet, daß Gott dem Unschuldigen, der sich dem Kampfe oder der sogenannten Feuerprobe oder Wasierprobe unterziehe, den Sieg verleihe.

