17
er dachte daran, was ihm der Bandit gestern gesagt hatte. Er zitterte wie Espenlaub und der Richter sah das für ein Zeichen der Schuld an. Franz aber überlegte, ob er den Banditen verrathen dürfe. Er sah fast keinen andern Ausweg. Da kam der Gefängnißwärter und brachte einen Ring, den der Bandit aus seinem Fenster geworfen hatte. Der Engländer erkannte ihn als sein Eigenthum, und nun war die Schuld des Andern gewiß. Der Bandit gestand auch, da er überführt war, die Geschichte mit den Stiefeln ein, und Franz konnte frei und barfuß davonziehen. Jetzt dachte er wieder an's Arbeiten und ging nach dem Strande. Dort traf er auch den Engländer, der sich in ein Gespräch mit Franz einließ und Wohlgefallen an ihm zu finden schien. Der Engländer war ein höherer Offizier der Flotte und versprach Franz, zu seinem Glück zu verhelfen, wenn er tüchtig arbeiten könne. Nun lernte Franz alle Seilerarbeit auf den Schiffen machen, und als der Engländer zurückreiste, nahm er ihn mit. Durch Fleiß und Geschicklichkeit ward Franz in England mit der Zeit ein angesehener Mann, der Hunderte von Seilern beschäftigte. Oft, wenn er so sein Wesen übersah, dachte er: „Was würden sie in Fürfeld dazu sagen," und er nahm sich vor, wenn er hunderttausend Gulden hätte, zurückzukehren. Wie das aber so geht, als er die Hunderttausend hatte, wollte er nur noch dieses und jenes Geschäft machen, und so wurde er ein alter Mann mit grauen Haaren, der an sein Testament dachte. Wie erstaunten eines Tages die Fürfelder, als ein schwarzer Wagen mit schwarzbehangenen Pferden und in Trauer gekleideten Bedienten in das Dorf kam, und die Leiche des Franz brachten, der hier neben seinen Eltern ruhen wollte. Er hatte all' sein Vermögen der Gemeinde vermacht, mit der Bedingung, daß man die Kirchhofmauer in eine Hecke verwandle, was man auch gern that. Könnte er jetzt nur hören, was sie daheim in Fürfeld sagen, und wie sie ihn loben und preisen, da er ihrer nie vergessen hat.
- 2

