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Ob das wohl der arme Wendler gewußt haben mag? — Er hätte die hundert Thaler brauchen können! — —
Eines Tages schlich Hermann verkleidet wieder mit einer wichtigen Nachricht der Gegend zu, wo die Preußischen Vorposten standen. Als er um eine Waldecke biegt, kommt ihm ein Kommando Oesterreichischer Reiter entgegen. Das waren nun freilich nicht die Rechten, aber ausweichen konnte er nicht mehr, er mußte ihnen Rede stehen. Der Wachtmeister fragte, wer er sei? — „Ich bin der Verwalter Seifert aus dem Dorfe da unten!" war die Antwort. „Er lügt," rief einer aus dem Commando, „es ist sicher kein Anderer, als der Grenzjägcr Hermann! ich habe mir den Patron früherhin einmal auf dem Viehmarkte zeigen lassen, und müßte mich sehr irren, wenn es dieser nicht sein sollte?" „Da wäre etwas zu machen, Herr Wachtmeister!" rief ein anderer. Der Wachtmeister wurde dringender; Hermann aber schwor Stein und Bein, und zeigte einen erbrochenen Brief vor, der eine Getreidebestellung an den Verwalter Seifert entbielt. — Durch dieses sichere Benehmen wurde der Wachtmeister zweifelhaft, und wollte ihn schon wieder gehen lassen, denn er dachte, wen man gern haschen und hängen will, den glaubt mau überall zu sehen. Doch da rief wieder einer aus dem Commando: „Halt! dort kommt unser Mann! ich kenne ihn, es ist der Tagelöhner Wendler, den jener Bursche um Haus und Hof gebracht, und wegen einer Kleinigkeit auf's Zuchthaus verholfen hat; von dem werden wir die sicherste Auskunft erhalten!" Und wirklich kam der arme Wendler mit einer Karre trocknen Holzes langsam den Weg daher gefahren.
Für Hermann war dies noch weniger der rechte Mann, und ihm war zu Muthe, als stehe er hier auf dem Richtplatze, zumal er den Schleifweg und die Stelle hier wohl erkannte, an welcher er einst dem Wendler selbst die Lehre gegeben: „man müsse seinen Nächsten nicht verläugnen!" Der Wachtmeister riet den Tage-
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