löhner herbei und fragte ihn:Ihr kennt doch wohl den Grenz- jäger Hermann?"O ja! den kenn' ich sehr genau!" war die Antwort.Nun so seht Euch einmal diesen Menschen an! Er will der Verwalter Seifert aus jenem Dorfe sein, wir aber halten ihn für den Spion Hermann, der euch auf's Zuchthaus gebracht. Ihr wißt doch auch, daß ein Preis von hundert Tha­lern aus ihn gesetzt ist, und ich bin erbötig einen Vorschuß dar­auf zu machen." Mit diesen Worten zog der Wachtmeister einen schweren Beutel aus der Tasche und ließ das Silber darin an- muthig klingen. Der Wendler blieb die Antwort lange schuldig, und weil die Rache süß ist, sagte er endlich:Ja, ich kenne die­sen Mann genau, und man soll seinen Nächsten ja nicht ver- läugnen!" und wieder schwieg er, sah ernst in das bleiche Gesicht des Grenzjägers, und als dieser meinte, jetzt werde der Streich des Nachrichters fallen da wehte in des Tagelöhners Brust die Gnade mit dem weißen Tuche und er sagte:ja, ich kenne diesen Mann genau, es ist der Verwalter Seifert!" und hiermit ging er an seinen Karren zurück und fuhr das dürre Holz getrost nach Hause. Der Wachtmeister aber steckte den schweren Beutel wieder in die Tasche und ließ den Grenz- jäger ruhig seines Weges gehen und das war gut, denn so blieben sie alle drei reicher!

Der Grurg um Mitlernuclit.

Der Unterricht in der Geschichte wird meine lieben Leser ge­wiß längst mit dem dreißigjährigen Kriege und seinen Ereignissen bekannt gemacht haben, und keiner der großen Männer, welche die Hauptrollen in jenem gewaltigen Trauerspiele übernommen hatten, wird ihnen fremd geblieben sein, wie z. B. Ernst von Mansfeld, Gustav Adolph mit seinen schwedischen Helden, Bern-