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einem Munde ersterben, und unsere Kerne von einer Hand gepflanzt, dereinst nebeneinander erwachsen!" Das ist nun einmal der Lieblingsgedanke jeder Kirsche.
Aber sie glaubten doch nie daran. Da bewegte sich plötzlich das Blatt unter ihnen, es entstand eine Oeffnung darin, nnd sie konnten wie durch ein Fenster herabsetzn auf den Rasen: „Was war das?" fragten sie einander. „Ich fürchte eine Raupe hat dies Loch gefressen — wie bedenklich in dieser Nähe! — sie wird uns noch alle Blätter rauben!" Indem gewahrten sie durch ihr neues Fensterlein unterm Baume den kleinen Konrad. Er saß auf dem Grase und flocht gedankenvoll einen Kranz von Halmen.
„Sieh da" sprach wieder Eine zur Andern, „daö Kind, das so oft zu uns hinauf geklettert ist, uns zu betrachten. Wie oft haben wir uns damals gefürchtet, er werde uns unreif abpflücken. Aber der gute Junge wischte nur den Thau von unsern Wangen und band ein weißes Tuch an den Zweig, die Vogel zu schrecken. Dabei fällt mir ein: das Tuch hat man gestern abgenommen — das ist eigentlich recht ängstlich! mich schaudert daran zu denken, daß ein Vogel kommen konnte, und uns stückweise zerfleischen!"
„Sch'wester," sprach die Andere, „Du hast immer Anlage gehabt Dich mit schlimmen Vorstellungen zu quälen; aber das Beste wäre freilich, der Knabe pflückte unS um uns von dem grausamen Martertode

