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VIII.
Die Anknickt (iites Sindu-OeiÜtiehen auf seinem HredighoÜen.
Dieses Blatt stellt einen ordinirten, eingeborenen, ostindischen Prediger in dem Moment dar, wo derselbe auf seinem Predigtposten anlangt. Der englischen Erklärung des Bildes zu Folge würde derselbe einem alten einflußreichen Misstonsarbeiter in Tinne- welly dem anglikanischen Geistlichen Joh. Dewasagayam gleichen, wenn der Künstler ihn ein wenig stärker und um ein Ziemliches älter gezeichnet hätte. Schon 40 Jahre steht dieser treue Knecht des Herrn in Verbindung mit der englisch kirchlichen Misstonsgesellschaft und während dieses langen Zeitraums erweiterte sich sein Wirkungskreis immer mehr und war seine Arbeit von reichem Segen begleitet. Seine Gemeinde in Kadatschapnram zählt 700 bis 800 Seelen und ist eine der blühendsten im südlichen Indien.
Die Tracht des auf der Abbildung dargestellten Hindugeistlichen sowie das Rößlein, das er reitet, sind ganz nach der Natur und Wirklichkeit gezeichnet. Seine Kleidung besteht in Rock und Beinkleidern von dünnem, weißem Baumwollenzcug mit einem schwarzen Gürtel. Wie man sieht, trägt er weder Stiefel noch Schuhe, sondern Sandalen, weßhalb er die bloßen Zehen aus dem Steigbügel hervorstreckt. Das Rößlein ist eines von den kleinen ostindflchen Pferdlein, die auch unsere deutschen Missionare gewöhnlich reiten, und etwa 13 Faust hoch sind. Der Moment, den das Bild darstellt, ist die Ankunft des
Predigers auf seinem Predigtposten. Die Gemeindegliedcr, Männer und Frauen und Kinder, erwarten ihn mit Begierde, gehen ihm freundlich entgegen und begrüßen ihn nach Hindu-Weise mit ehrerbietigen Salam's.
Die ganze Scene versetzt uns mit Einem Mal mitten hinein in das Leben der durch die evaugcliiche Misston neugegründeten Christengemeinden in Indien. Wir sehen da die ncubekehrten Christen ihrem Prediger und Seelsorger mit inniger Liebe entgegengehen und diese Anhänglichkeit an die Begründer ihres neuen Lebens ist gerade einer der hervorstechendsten Züge im Bilde der jungen Hindukirche. Sie ist bis jetzt im Vergleich mit den Millionen heidnischer und muhamedanischer Bewohner Indiens immer noch klein an Zahl, doch zählt sie bereits 112,101 evangelische Christen und diese Zahl mehrt sich jedes Jahr in steigender Progression und wird immer rascher sich vergrößern, je mehr eingeborene Prediger zur Unterstützung der europäischen Missionare werden herangezogen werden. Schon jetzt zählt die evangelische Mission in Indien und Ceylon 698 eingeborene Gehilfen des Predigtamtes, von denen eine immer größere Zahl die kirchliche Weihe empfangen und zur selbftständigen Uebernahme der einheimischen Gemeinden tüchtig werden wird.

