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gen, welche in so nahen Verhältnissen zu uns stehen, uns lieben, uns dankbar sind, uns vermissen; das Alles läßt sich jedoch mit wenigen herzlichen, aus der Seele kommenden Worten sagen; Briefe, welche fast nichts als Gefühle oder Entschuldigungen über späte Beantwortung empfangener Zuschriften enthalten, pflegen sehr langweilig zu sein. Der Mensch will zwar hören, was er weiß, aber dieses in kurzer, herzlicher Bestätigung, dann aber auch hören, was er nicht weiß, wie Entfernte leben, denken, fühlen, mit wem sie leben, was sie anzieht oder stört, was sie gelesen, getrieben, gesehen haben. Zeder Briefwechsel muß ein Stückchen Leben sein, sonst ist er todt und wird nicht lange in Freudigkeit fort bestehen, er wird bald nur als Pflichterfüllung fortdauern. Im Briefwechsel muß man Gefühle aus- sprcchen, Ansichten darlegen, Belehrung nachsuchen, Thatsächliches mittheilen, ohne dies wird er niemals innere Befriedigung gewähren. Ist man aber schon bei mündlicher Unterhaltung zu zarter Schonung Anderer verpflichtet, dann um so mehr in Briefen, wo das geschriebene Wort fest dasteht und so leicht zur Anklage oder zur Verspottung wird. Das bedenke stets wohl; und jetzt mache ein Couvert für Deinen Brief; auf dem Schreibtische liegt die Schecre auf dem dazu bestimmten Papier."
Schrecken ergriff mich; ein Couvert! und ich hatte niemals eines gemacht. Beschämt mußte ich dies mittheile». „Gut, so lerne es." Mit den Worten kam die Baronin an den Schreibtisch, und fertigte mit der Sicherheit, welche sie bei Allem hat, ein Couvert an. Sie gab es mir, und ich dankte. „Wofür?" fragte sie; „dieses Couvert ist für mich, Deines fertigst Du selber an. Laß sehen, ob Du aufmerksam zugesehen hast." Zch

