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gen Stunden, am Nachmittage unterrichtete die Professorin. Zn der Literaturstunde beschäftigte uns der Beginn einer kur­zen Biographie Herders. Die Professorin las uns Einiges aus seinem Eid vor, und das entzückte uns Alle. Die Na­turgeschichte scheint sie sehr zu intcressiren, und da wir uns eben mit den Vögeln beschäftigten, sagte ste uns über einzelne Gattungen derselben viel Unterhaltendes.Als junges Mäd­chen," sagte sie,lebte ich in einer Wald- und Gebirgsgegend, und konnte damals jeden Vogelruf nahahmen, nachpfeiscn; ich könnte es noch, aber es steht mir nicht mehr, ich bin zu alt dazu." Das klang so einfach rührend. Die Professorin fragte uns, ob wir wohl beachtet hätten, wie mit dem Verschrei- tcn des Sommers alle Vogelstimmen in der Natur nach und nach verstummten. So sei es auch im Leben des Menschen; nachdem die Kindeslust ausgetobt, die Zugendlust ausgelacht und gescherzt sei, würden nur ernste oder ruhigere Stimmen vernehmbar. Der Vogel bereite sich auf den Flug nach Sü­den vor, der Mensch, auf den Uebergang in eine andere Welt. Das Eine sei Instinkt, das Andere innere, tiefe Mahnung. Später sprachen wir über diese Stunde; Einige sagten, die Professorin habe ihre langweilige Vogelprcdigt sparen können, Andere, und darunter ich, waren ganz eingenommen davon.

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Sei nie rastig, auch wenn Du Rast hast, Nie hastig, auch wenn Du Hast hast.

Rückert.

Liebste Marie, mir ist ganz und gar zu Sinne, wie einem Menschen, der zu viel zu thun hat und hin und her läuft,