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ich pflücke die unteren Zweige leer oder sondere die Früchte und lege die schönste» in besondere Körbe. Die Baronin steht die­ser Ernte zuweilen wohlgefällig zu. Ucbrigcns ist mir ein Tag vergangen wie der andere, nur gestern hatte eine große Abwechselung statt.

Die Baronin wollte einen Besuch auf dem benachbarten Gute Horsten abstatten, und nahm mich mit sich dahin. Auf meine.'Fragen erwiederte sie, der Besitzer heiße Herr von Roden und lebe dort mit seiner Gemahlin; von den Kindern sei eben jetzt der älteste Sohn anwesend, seine Geschwister befänden sich auf Schulen und in Pension. Auf weitere Fragen ging sie nicht ein, bemerkend, ich müsse lernen, ohne Vorbereitung mich in alle» Verhältnissen zurechtzufinden, und ebenfalls, Menschen nach eigner Ansicht zu beurtheilen.

Horsten ist sehr schön belegen; Höhen und Thäler, Wal­dungen, Wiesen, Bäche und Dorfschasten verleihen der Ge­gend reiche Abwechselung. Als wir vor dein schönen Wohn- hause hielten, entstand ein ungeheurer Tumult; fünfzehn Hunde, denn ich habe sie später gezählt, umgaben bellend, heulend, knurrend, schreiend den Wagen und mußten zur Ruhe ver­wiesen werden. Frau von Roden stand in einem weißen Kleide oben an der Treppe und rief mit sehr zarter Stimme:Bcauty, Flora, Nndine, Hector, Castor, Thctis, stille, meine Lieblinge, stille bocl)!"'

Die Baronin stieg aus und ging ruhig, mit gelassener Würde zwischen den Hunden durch, die zurückwichen; id; hielt die Arme ganz hoch, und mich stießen, knufften und zerrten sie auf alle Weise. Herr von Roden gab der Baronin den Arm