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Als ich dc» Brief las, mußte ich ebenfalls weinen, denn er sieht Ludolph so ähnlich! Heinrichs Brief ist schon, ich möchte sagen „größer," ganz anders, so tolles Zeug durch einander, und man steht es, daß er sich etwas darauf einbildet. Ich hatte ihm von meinem Lcbensbuche geschrieben, und nun sagt er in seiner Antwort: „Hast Du schon gehört, daß nächstens die Memoiren eines jungen Sperlings erscheinen werden?" Das ist eigentlich recht unbescheiden; ich mußte freilich lachen, aber ich will nicht darauf antworten.
Die Baronin hatte lange schon ihren ältesten Enkel erwartet, den Sohn ihres ältesten Sohnes, der einen Theil der Ferien bei seinen Eltern zugebracht und zwei Schulkameraden mit dorthin genommen hakte. Diese drei jungen Herren langten vorgestern Abend an. Sie sind in dem Alter zwischen zwölf und vierzehn Zähren, außerordentlich munter, aber doch voll Respekt gegen die Baronin. Der junge Eiden hatte seine Großmama seit vier Zähren nicht gesehen, und war sehr erstaunt über ihre Kleidung. Er fragte: „Trägt Großmama stets einen so curioscn Rock?" Zch erwiederte, daß sie dies seit zwanzig Zähren gethan. „Dann habe ich es vergessen," ent- gegncte er; „aber sagen Sie, Lorchcn, ist Großmama ganz so strenge, als sie aussieht?" Zch beruhigte ihn darüber und ermähnte nur zu großer Rücksicht. „Ach," sagte er, „das ist ja eine Kleinigkeit! bin ich aber einmal aus dem Hause, so schlage ich aus, mit Händen und Füßen. Der Mensch muß doch Etwas von seinen Ferien haben!"
Kein Mensch weiß ja, wo sie sind, in und auf den Wagen,
in den Obstbäumen, auf den Dächern; überall, wo sie nicht L«b«n-duch, i-

