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Frau von Roden spricht sehr hübsch; nach meinem Geschmack zu blumenreich, aber ich weiß nicht, ob das ein richtiges Urtheil ist. So oft sie von Poesie redete, sagte Herr von Roden leise: Uff!" und sah ganz erbärmlich aus; mir flüsterte er einmal zu:Kind, hüten Sie sich vor all dem poetischen Krimskrams; lernen Sie Strümpfe stricken und Suppe kochen, ich sage Ihnen, aus meine Ehre, Sie thun besser daran! Aus Horazens Augen leuchtet in solchen Augenblicken nachsinnender Ernst. Er sagte mir einmal:Im Gebrauch dessen, was zur Zierde des Lebens gereicht, liegt das Schöne, im Mißbrauch desselben, das Abstoßende." Vielleicht dachte er dabei an seine Mama, welche nur von Dichtern redet, täglich wenigstens ein Gedicht zu Stande bringt, und in der eigentlichen Gemüthswclt fremd und arm sein soll.

Von mir sagte Frau von Roden:Die Kleine hat etwas Nymphenhaftes; in den Göttcrhainen würde Apoll ihr gehuldigt haben." Herr von Roden ließ bei diesem Ausspruche die Un­terlippe dermaßen hängen, daß ich fast aus der Fassung ge­kommen wäre, Horaz blickte mich ernsthaft an, der junge Graf verdrehte die Augen, die Baronin sah ruhig und würdig aus, und die Schüler lachten. Der Graf und die Gräfin Selben luden die Baronin für den nächsten Sonntag zum Erntefeste ein, baten sie, niich mitzubringen, und es eben um meinetwillen nicht auszuschlagen, ich tanze doch sicherlich gern, und es sei ein ganz anspruchloscs, ländliches Fest. Die Baronin sagte freundlich zu, nur beklagend, daß ihr Enkel und seine Freunde, welche ebenfalls eingeladen waren, diesem Vergnügen entsagen müßten.