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Zeder Mensch sollte früh zu der Weisheit erzogen werden, zu erkennen, was zu ihm paßt und ihm nützen kann. Man sagt wohl, dann würden manche Kinder unbeschenkt bleiben, denn wer kann stets neue Stoffe anschaffen? Unbeschenkt in mancher Weise, vielleicht unbekleidet, würde Keines bleiben, wäre man wirklich tief von der Wahrheit des Gesagten durchdrungen."

Zch that noch viele Fragen, und als der Wagen in den Schloßhof einbog, begriff ich nicht, wie eine Stunde so schnell verstießen kann. Als der Wagenschlag geöffnet ward, flimmerte es mir vor den Augen. Alles sah so prächtig aus; das schöne Schloß, die breite Freitreppe, an deren Seiten hohe, mit Früch­ten bedeckte Orangenbäume standen. Neben dem Wagen be­fanden sich drei Bedienten in prächtiger Livree, und die beiden Grafen, Vater und Sohn, begaben sich die Treppe herab.

Der ältere Graf gab der Baronin den Arm; ich gedachte Annetlens Weisung, und stieg mit höchster Vorsicht aus, als aber der junge Graf mir seinen Arm bot, verlor ich ein we­nig die Fassung. Darauf war ich nicht vorbereitet; ich fühlte, daß ich zitterte, und bot alle innere Kraft auf, mich gut zu benehmen.

Der Graf stieg leicht und rasch die Treppe hinan; ich folgte in gleicher Weise, immer noch meines Kleides gedenkend, als ich plötzlich neben dem letzten Treppenabsätze einen großen Spiegel gewahrte, der meine Gestalt zurückgab. Das Unerwartete mei­nes eigenen Anblicks überraschte mich, ich vergaß mein Kleid, und knack, sprang ein Faden in einem Saum desselben. Der Graf bemerkte es und sagte:O weh!" aber mit einem Aus­druck, der wie Lachen klang.

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