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hier; wir fahren früh aus, und ich komme dadurch zu passender Zeit in meiner freilich nicht erwählten Heimat an. Gestern Abend nahm ich eigentlich Abschied von der Baronin, nachdem ich ihr einen geistlichen Gesang gesungen hatte. Sie rief mich zu sich hin und sagte: „Die neue Stellung, in welche Du jetzt eintrittst, ist mein Werk; ich habe sie für Dich erwählt, und deshalb kann ich Dich wohl mit Sorge ziehen sehen. Wollte ich Dich vor Allem warnen, was ein Mcnschenherz beflecken kann, da könnte ich lange zu Dir reden! Einfach sage ich Dir: sei ein ehrenhaftes Mädchen! das begreift Alles in sich, d. h. nicht widerspenstig, nicht unwahr, nicht klatschhaft, das heißt vieles Andere auch nicht sein. — Du weißt, was gut. Du weißt, was fehlerhaft ist; lasse Dich von Deinem Gewissen und von der Liebe zu den Deinigen leiten. — Das ist mein Ab- schicdswort für Dich." Zch küßte die Hand der Baronin und weinte bitterlich. „Ich weiß, daß Du mich jetzt lieb hast, früher fürchtetest Du mich nur. Zuerst erschien ich Dir rauh und schroff; wäre ich Euch sehr weich und mitfühlend erschienen, Deine Mutter und Du würdet schwerer noch mit dem Abschiede fertig geworden sein. Mein Ernst gab Euch die nothwendige Fassung."
„Ach," seufzte ich, „wann werde ich Sie, wann die Mei- nigen wiedersehen?"
„Wenn ich sehr gute Zeugnisse über Dich erhalte, schicke ich Dir zu Weihnachten Conrad mit dem Wagen. Da siehe Du nun zu!"
Außer mir war ich vor Freude, aber da fielen meine Eltern, meine Brüder mir ein. Die Baronin mochte es mir an-

