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und stark, hat einen sehr großen Mund und eine breite Nase. Ihre dunkeln Augen sind ganz hübsch, aber sie schneidet, ohne es zu wissen und zu wollen, so viele Grimassen, daß sie doch grundhäßlich ist. Ihre Fähigkeiten sind beschränkt; sie lernt fleißig, aber schwer, und steht sehr allein, denn da sie gar nichts Angenehmes hat, fühlt Keine sich zu ihr hingezogen.
Nun folgen meine Stubcngcnossinnen, Emma und Erne- stine. Emma gefällt mir um des Namens willen, aber sie erinnert durch nichts an meine Emma; sie ist schroff, nicht ungebildet, aber doch auch nicht besonders fein erzogen. Hübsch ist sie nicht sehr, sie hat mehr ein ehrliches Gesicht und überhaupt einen entschiedenen Ausdruck. Zhre Interessen reichen nicht sehr weit, sie lernt aus Pflicht, aber ganz ohne Genuß; ihr sind Geschichte, deutsche Sprache, Geographie u. s. w. nichts als Mühseligkeiten, welche sie tapfer überwindet, ohne sich durch den Erfolg befriedigt zu fühlen. — Ernestine ist sehr groß, aber nicht älter als ich; sie sieht blühend aus, und hat schöne lebhafte Augen. Mir gefällt sie außerordentlich gut, nur setzt sie sich zu tief herab, und stellt mich viel höher, als ich verdiene. Was das Lernen anbetrifft, so bin ich darin vielleicht treuer und etwas voraus, aber sie übertreibt, wenn sie bei jedem Anlasse sagt: „Za, Du! Du kannst Alles so wunderschön, und ich kann nichts, und muß mich neben Dir nur schämen. Du bist so allerliebst, in aller Weise, ein rechter, kleiner Engel." Zch höre das freilich sehr gerne, aber es drückt mich doch auch und ist zu freundlich aufgefaßt. Zeht, da ich mit den Hauptbcschreibungcn fertig bin, kann ich besser erzählen, was sich zuträgt.

