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Der Abend verging in ruhiger Freudigkeit, und fern von den Meinigen war er mir doch ein Christabend.

»L.

Man sieht sich wieder im Leben, Aber selten unter ganz gleichen Verhältnissen.

Am nächsten Morgen meine Briefe gelesen; dabei geweint und gejubelt, Alles wie ich es vorher sah; mein Geld bctrach- tet, gezählt, wieder gezählt, und abermals gezählt, das war ganz natürlich. Dann zum Frühstück, dann mein Kleid ange­paßt, es saß vortrefflich; darauf mit der Baronin zur Kirche gefahren, wo wir eine sehr erbauliche Predigt hörten. Der Gottesdienst machte mein Herz leicht; ich warf die Sorgen des Tages von mir, und ging dcm Geschicke desselben nicht freu­dig, aber ganz ergeben entgegen.

Den dummen Liebcsknotcn legte ich in Papier, und steckte ihn leise seufzend in meine Tasche, als mein Anzug vollendet war. Annette sagte:Fräulein, Sie sehen heute wirklich sehr hübsch aus." Ich nickte ihr zu, aber vergnügt machte es mich nicht.

Es war ein kalter Wintcrtag, der Schnee knisterte unter den Rädern; wo wir an Tannen vorüber kamen, leuchteten diese prächtig aus den Schneemassen hervor. Als der Wagen hielt, standen Herr von Roden und sein Sohn bereit, uns zu