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rief Lilli:Aber, wo ist denn der Schlitten? Wo ist denn Ihr Sohn?"Mein Sohn legt sich Ihnen zu Füßen, und entschuldigt sich bestens. In dem Augenblick, wo der Schlitten schon angespannt war, langten seine beiden jüngeren Brüder an; ich habe die armen Zungen halb und halb, aber am Wcihnachtabcnd erwartet; der Schneefall in dortiger Ge­gend hat ihre Abfahrt verspätet; sie haben eine abscheuliche Reise gehabt. Nun hingen sie an dem Bruder, und baten ihn, nicht fortzufahren, bis ich ein En^ machte, und mich erbot, Sie abzuholen, was Ihnen, ohne Zweifel, bei weitem ange­nehmer sein wird. Horaz sträubte sich, wie ein galanter Ritter, seiner Dame sein Wort zu brechen, aber meine Autorität trug den Sieg davon. Leider wird er nun gar das Glück nicht haben, sich Ihnen, gnädige Frau, empfehlen zu dürfen, denn ein Brief seines Großoheims ruft ihn morgen zu diesem."

Lilli und ich verstummten beide; sie, weil ihr die Schlitten­fahrt verloren gegangen war, ich, weil ich Horaz nach dem einfältigen Vorfall so wenig gesehen hatte, und weil ich nicht wußte, ob er mir auch zürne. Solche Ungewißheit kann so peinlich sein! Herr von Roden öffnete eine kleine Schachtel, welche er in Händen hielt, und zog zwei Rosen aus derselben hervor, mir die eine, Lilli die andere bietend:Das sind die Frie­denszweige, welche Horaz übersendet;" er sprach dabei viel Poetisches, von Gefühlen, von Erinnerungen, von Vergißmein­nicht und grünen Pflaumen, wovon ich nur die Hälfte ver­stand.Ich hoffe," setzte er mit halbem Blicke auf mich hinzu, daß, wer selber poetisch ist, den Poeten besser als ich versteht."

Ein Scherz kann doch Wunder thun, ich lachte, und