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Er zog einen Bries auS einem Taschenbuche und las die Aufschrift: „An Fräulein Eleonore Forstener."
„Für mich!" der Fremde sah mein Erröthen, meine Ucberraschung und übergab mir lächelnd den Brief. Er war von Lilli; mein Herz pochte vor Freude. Herr von Roschau bemerkte lächelnd: „So findet man Blumen, auch in der Wüste." Ich fragte Herrn Steenhold, ob er Lilli kenne? „Ich bin ibr Zeichenlehrer. Wir schweifen,an den Ufern deö Ohio, des Eriesee's und des Missisippi umher und copiren, was sich an Ansichten in der Art vorfindet; am liebsten jedoch Urwälder, die wir auf unsere Weise und unsere Phantasie gestalten; wo dann meine Schülerin besonders im Gebiete der Schlingpflanzen Formen und Gestaltungen erfindet, wie die Natur sie vielleicht nicht darbietet."
Ich wagte nicht weiter zu fragen, und erhob mich unruhig; voll Sehnsucht mit meinem Briefe nach Hanse zu gelangen. Alle standen gleichfalls auf; die Knaben drängten sich an mich heran. „Lorchen, komm Du mit uns; wir wollen so gut gegen Dich sein, Du bist auch unser bestes, allerbestes Lorchen! Komm, wir zeigen Dir einen Weg, der durch den Jnspectorgarten führt. Du brauchst nur über einen ganz niedrigen Wall zu setzen, hop, bist Du darinnen, und dann durchgesaust, durch das Haus gerannt, „Guten Tag! guten Tag!" und fort und in's Schloß zurück. Willst Du das? Du bist auch die allerbeste, kleine Taube, die cö in der Welt giebt."
Was konnte ich thun? Ich dankte dem Fremden nochmals für Hülse und Brief, und ließ mich von den Knaben fortziehen; wir paßten doch am besten zu einander.

