ich fühlte, daß meine Farbe wechselte und mein Athem ein wenig stockte.
Als ich zu der Baronin eintrat, fand ich sie ungewöhnlich ernst. „Wo hast Du Deine Arbeit?" fragte sie. „Nicht mitgenommen." „Dann hole sie, ich habe lange mit Dir zu reden."
Ich lief auf mein Zimmer, als ich jedoch zurückkehrte, klopfte mein Herz nicht von dem Wege allein.
„Elinor," begann die Baronin, „ich habe mit Dir zu reden, wie man sich mit einem verständigen Mädchen beredet. Meine Schwiegertochter und mein Sohn auch, haben mir in Beziehung auf Dich einen Wunsch ausgesprochen, den ich begreiflich finde, nicht tadeln kann, und in mancher Weise billigen muß. Sich' mich nicht so erschrocken an, mein Kind, es ist ja nichts Schlimmes, was ich Dir mittheilen will."
„Meine Schwiegertochter," fuhr die Baronin fort, nachdem ich ihre liebe Hand geküßt hatte, „nimmt ihre jüngste Schwester zu sich, die in Deinem Alter ist, und deren Erziehung hier vollendet werden soll. Sie bekommt eine Gouvernante aus der französischen Schweiz, eine sehr ausgezeichnete Person, welche im Französischen, im Zeichnen und Musik unterrichten wird; den wissenschaftlichen llnter- richt übernimmt Herr West, und Fräulein Sophie, welche früher zehn Jahre bei einer englischen Familie in London zubrachte, und vollkommen Englisch spricht, wird diesen Zweig der Ausbildung übernehmen.
Du gefällst meiner Schwiegertochter; sie hält Dich für ein wohlerzogenes, ehrenhaftes Mädchen, und möchte, daß Du das Jahr, welches für die Pension bestimmt ist,

