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Wir waren sämmtlich pünktlich; die Jnspektor's, wie sie genannt werden, eilten munter auf uns zu, aber wir vertheilten uns zögernd, denn wer sollte mit Fräulein Sophie gehen? Herr von Roschau hob dies schweigende Bedenken, indem er sagte: „Fräulein Sophie, Herr West und ich, wir gesetzten Leute, gehen mit einander; die Jugend muß voran, die Knaben an der Spitze." Das hob alles Bedenken und war so gut ersonnen. —
Welch ein Weg! die milde, frische, prächtige Luft, die jubelnden Vogel, die kleinen grünen Büsche, und der Frühling in unseren Herzen. Mir that Annette so leid, die einsam daheim war. Um sieben Uhr war das Städtchen erreicht und wimmelte schon von Landleuten. Kurz vor demselben saß ein armer Blinder unter einem Baum; er war eingeschlafen, sein Hut und seine Violine lagen neben ihm, und ihm zur Rechten saß seine noch sehr junge Tochter, mit einem ruhigen aber freudlosen Gesichte. Jeder von uns warf eine kleine Gabe in den Hut des Blinden, der nicht erwachte, und ich hatte einen Thaler in der Hand, und wollte ihn erst in den Hut werfen, dann ihn unbemerkt dem jungen Mädchen geben, und that beides nicht aus Unschlüssigkeit, sondern gab nur einige Groschen. Dies kleine Begebniß machte mich still und nachdenkend. Weshalb gab ich den Thaler nicht? Zuerst sagte ich mir: „Du bist nicht reich, Du kannst nicht einen Thaler so wegwerfen." So wegwerfen! o Herz, o verhärtetes, verwöhntes Menschenherz, sprichst Du so? — Nein, nein, rief es in mir, das ist nicht wegwerfen, wer einem armen Blinden nur einen frohen Augenblick macht, legt das Geld auf reiche Zinsen. Der Groschen, den das
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