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Während Herr von Roschau hier war, fand der Husarenball bei Walsrade's statt. Auguste und ich waren ganz gleich gekleidet; weiße feine Kleider und künstliche wilde Rosen im Haar. Wir waren sehr vergnügt; Alles war hübsch angeordnet und Fräulein Cbarlotte beherrschte das Ganze, aber mit viel Geschick und Geschmack. Auguste und sie verstehen sich nicht besonders, weil beide etwas hoch und schroff sind. Da ich nun keinen Anlaß habe, BcideS zu sein, so geht cS mit mir ganz gut. Herr von Roschau tanzte nicht viel, obgleich er vortrefflich tanzt und der Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit war. Er tanzte nur mit den Damen des Hauses und mit mir. Auguste flüsterte mir jeden Augenblick Bemerkungen zu: „Sieh nur, wie sie Dich und meinen Bruder beobachten! sie denken, das Ihr verlobt seid, und beneiden Dich. Ja, das darfst Du nicht übel nehmen, sie beneiden Dich, weil es so natürlich ist. Mein Bruder ist hübsch, reich, von guter Familie, ehrenhaft, vortrefflich, wo sindet man seines Gleichen! Es macht mir eben Spaß, daß man es denkt, denn Du bist doch die Niedlichste von Allen, Du, meine kleine Schwägerin!" Ich ward unwillig, ich lachte, Alles half nicht; verlegen machte es mich nicht, denn Herr von Roschau behandelte mich eben wie früher, und die Thorheiten seiner Schwester sind doch nicht seine Schuld. Es scheint mir immer, daß er mich für das ansteht, was ich eigentlich auch bin, für ein halbes Kind, und das giebt mir, ihm gegenüber, so viel Zuversicht.
Im Cotillon gab Herr von Roschau mir sein Sträuß- chen; ich ward überhaupt in der Weise viel beschenkt. Ich war nun sehr in Verlegenheit mit dem Bande, welches ich

