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Sonntags hübsche, lustige Briefchen an sie; aber sie mußten oft lauge auf Gelegenheit warten, sie unent- geldlich nach Häckselhausen zu senden.

Neuerdings nun wurde solche Gelegenheit öfter ge- boten. Denn Hadumann, der eigentlich nicht über Trick­track zu gehen brauchte, um nach Häckselhauscn zu kom­men, machte sich jetzt gewöhnlich den Umweg und fragte an, ob sie nichts an die Muhme zu bestellen hätten? Sie brauchten, meinte er, von nun an auf keinen andern Boten für ihre Briefe zu warten; er habe jetzt ein Ge­schäft in Häckselhauscn angeknüpft und gehe regelmäßig jede Woche dahin und zurück; aus Freundschaft und Ver- wandtenlicbe wolle er sich den Umweg nicht verdrießen lassen und allemal bei ihnen vorsprechen.

Die Kinder waren darum recht fleißig im Brief­schreiben; aber es war nur betrübt: die gute Muhme antwortete gar nicht mehr heißt daS nicht schriftlich. Das war doch sonst allcmall eine Freude, wenn sie die Kritzelei der Muhme entzifferten und deren Lobreden und Späßchen über dieherzigen Kinderbriefe" hcrausbuchsta- birten. Jetzt brachte Hadumann blos m ü n d l i ch e Grüße, Dank für die schönen Briefe, Empfehlungen, so fort­zufahren, Versicherungen völligen Wohlergehens: Alles blos durch den Mund Vetter Hadumann's.

Dem Vater Sigebert fiel das wohl auf, und er fragte, warum die Muhme nicht wieder schriebe? Hadu­mann zuckte dann mit den Achseln und sagte:Vetter, sie wird ein alt Thier und zittert mir den Pfoten. Ihr solltet 'mal sehen! lachte er hell auf wenn sie was