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„Gewiß nicht."
„Nun dann ist es schon gut, mit dieser Versicherung bin ich vollkommen zufrieden."
„Dies zu hören ist mir tröstlich. Sagen aber muß ich es Ihnen doch, daß ich auch Ihrer gedacht hatte. Eine Halskette trug ich lange in meinem Pilgerkästchen, sie war für Sie be- stimmt. Ich besaß sie noch heute Morgen: doch unterwegs traf ich die Tochter eines kranken Weibes, die einzige Stütze einer armen Wittwe. Von dem Grabe meiner seligen Mutter zurückkehrend, — ach! auch einst eine arme, arme Wittwe! — gedachte ich der Noth und des Elends vergangener Zeiten; mein Reisegeld war ausgegeben, ich hatte außer der Kette nichts mehr, was ich mittheilen konnte; ich bat die Tochter den kleinen Schmuck zu verwerthen und den Erlös zum Besten der kranken Mutter zu verwenden."
„In dieser edlen That erkenne ich meinen theuren Antonio," sprach Jsabclla Collini und reichte dem Jünglinge ihre Rechte mit den Worten: „nun nenne dich mir gegenüber nicht mehr undankbar, da du einem Höheren als wir sind, dich dankbar bezeigen wolltest für die Vatcrlicbe und Vatertreue, welche dir dein Herr und dein Gott erwiesen hat."
Aber nun lasset uns hören, wie Antonio, der Sohn einer armen Wittwe, bei der Familie Collini eine so freundliche Aufnahme gefunden hat und mit ihr in eine so innige Verbindung getreten ist. Meine lieben jungen Leser werden mehr wie einmal Gelegenheit haben zu erkennen, wie ein allweiser und all- gütiger Gott die Geschicke der Menschen lenkt, wie seine Gedanken und seine Wege höher sind, denn der Menschen Gedanken und der Menschen Wege, wie oft da, wo die kurzsichtigen Menschen so leicht geneigt sind, alle Aussicht auf Rettung und

