Dach. Dieses aber, ein kleines Häuschen, fehlt ihnen noch, nach seinem Besitze streben »nd trachten sie. Mit Gotteshülfe kommen sie dem Ziele ihrer sehnlichsten Wünsche naher. Noch einmal so viel erspart als vor ihnen liegt, und es kann der Ban begonnen werden. Und selbst wahrend des irdischen Geschäftes, des Geldzählens, sind ihre Seelen auf Höheres gerichtet. Sie gedenken ja dessen, von dem alle Gaben kommen, ihre Herzen sind mit Dank gegen Gott erfüllt, und von dieser Erde hinweg sehen wir sie auch aufschauen zum Himmel, dem Lande, wo die verklärten Eltern weilen, dem Lande, wohin es auch uns alle zuletzt hinzieht, und wonach die Armen so gern Hinblicken, weil sie dort ausruhen nach dem Leben voller Mühe und Arbeit! — Wer kann es läugnen, daß unsere armen Taglöhner selbst bei diesem irdischen Geschäfte feierlich gestimmt waren und durch fromme Gedanken den Tag des Herrn heiligten. Das kann man überhaupt bei jeder irdischen Arbeit, so jeden Tag heiligen, durch fromme Gedanken, und so kann das ganze Leben des Menschen, was auch von uns gefordert wird, ein fortgesetzter ununterbrochener Gottesdienst sein.
Was aber nun mit dem Geldschatze anfangen? — Noch reichte die Summe nicht hin, um den Ban des Hauses zu beginnen. Antonio's Vater war der Meinung, die Ersparniß dem Pathen seines Söhnchens, dem guten Martina zu bringen und ihn um Aufbewahrung desselben zu bitten; sein Weib war eS ebenfalls zufrieden.
Als es aber nun an das Einrollen der Münzen ging, nahm die Taglöhnerin, schnell wie der Wind, das oberste Geldstück hinweg. Es war, wie bekannt ist, der Franke mit dem Kreuzchen. „Der spazirt mir nicht mit!" sagte das gute Weib und mit diesen Worten lag er auch schon wieder in seinem

