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dem Vesperlilio Vampyrus, dem in Süd --Amerika lebenden Vampyr, geschrieben steht. Dr. Schubert erzählt von ihm: er mache sich bei der Nacht an schlafende Menschen, Thiere und Geflügel ganz sachte hin und sauge ihnen das Blut aus, fächle auch dabei immer mit den Flügeln, damit man es nicht fühlen soll; und wo er einmal Blut gesaugt habe, da komme er die nächste Nacht wieder hin, um welches zu saugen und Menschen und Vieh würden öfters ganz elend.
Als die Wittwe ihren Antonio in die Stadt schickte mit dem Austrage, sich da einmal zu erkundigen, wer ihnen wohl auf ihr Häuschen etwas borgen werde, brauchte der Knabe nicht lange umher zn gehen. Er wurde alsbald in das Haus eines solchen Vesperlilio gewiesen. Wir wollen ihn Usurajo nennen d. h. aus Deutsch „Wucherer."
Mit klopfendem Herzen ging Antonio auf Usurajo'S Wohnung zu. Die Thüre war zu, er sah nicht einmal ein Schloß. An den Fenstern ließ sich Niemand blicken. Kein Laut wurde im Haus selbst vernommen. Es schien als wäre es ausgestorben. Längere Zeit stand der Knabe auf der Treppe; er getraute sich nicht zu klopfen. Es war ihm so unheimlich geworden. Er wäre wohl unverrichtetcr Sache wieder weiter gegangen, um sich nach einem andern Darleiher zn erkundigen, hätte nicht ein Vorübergehender, welcher die Verlegenheit des Knaben wahrnahm, ihm freundlich zugerufen: „Junge, wenn du da hinein willst, so mußt du die Klingel ziehen." — jetzt suchte Antonio die Klingel, fand sie auch alsbald und zog schüchtern und leise den Ring zu sich herunter. Dieser Zug war aber allzu schwach, die Schelle im Hausgang kam kaum in's Schwingen. Er machte nach einiger Zeit auf dieselbe Weise einen zweiten und dritten Versuch; doch jedesmal ohne

