wissen aber schon, daß ihre Anstrengungen ohne Erfolg geblieben. Selbst die Mitwirkung des Kaisers konnte Robert nicht ausfindig, machen und so mußte sich Kuno in sein Schicksal ergeben und der Zukunft vertrauen.
Durch diesen Umstand aber war Kuno dem Kaiser, der Tapferkeit, Treue und Gerechtigkeit stets ehrte, bekannt geworden. Rudolph, der anfangs nichts weiter als ein reicher Graf war, der seine Güter theils im Elsaß, theils in der Schweiz hatte, wo noch die Ruinen des Schlosses Habsburg zu sehen sind, zeichnete sich schon unter dem Heere des Kaisers Friedrich II. durch Muth und Tapferkeit aus. Er machte dem Ritterstande Ehre, indem er alle Tugenden und Pflichten, welche einen Ritter zieren sollten, selbst übte. Während jener traurigen Zeit, wo in Deutschland kein Kaiser regierte, hielt er sich einen ansehnlichen Haufen Kriegvolkes zum Schutze gegen seine nn- rnhigen Nachbarn und zur Bertheidigung der friedlichen Landbewohner und Bürger. Wer von einem Raubritter ausgeplündert oder mißhandelt worden war, der kam zum Grafen Rudolph, welcher ihm mit bewaffneter Hand Genugthuung verschaffte und an dem Räuber das Vergeltungsrecht übte.
Als er nun Kaiser geworden war, konnte und wollte er den Unfug, der mit Befehdnngeu, Raube», Morden und Plündern verübt wurde, nicht länger dulden. Deßhalb nahm er sich auch der Sache Kuno'S an. Da aber die Gefangeunehmung Roberts so im Geheimen ausgeführt worden war, so hatten selbst des Kaisers Bemühungen keinen Erfolg und Robert würde gewiß in seinem Gefängniß zu Augsburg einen schmachvollen Tod gefunden haben, wenn er sich nicht selbst befreit hätte. Sein Feind, der italienische Fechtmeister Bocaro aber, kam nie mehr zum Vorschein. Wahrscheinlich war er in dem

