-3> 11 'S---

Schläfchen recht heiler aus. Er rauchte aus einer laugen Pfeife von Rosenholz, trank hie und da ein wenig Kaffee, den ihm ein Sklave einschenkte, und strich sich allemal vergnügt den Bart, wenn es ihm geschmeckt hatte. Kurz, man sah dem Kalifen an, daß es ihm recht wohl sey. Um diese Stunde konnte man gar gnt mit ihm reden, weil er da immer recht mild und leutselig war, deßwegen besuchte ihn auch sein Großvezier Mansor alle Tage um diese Zeit. An diesem Nachmittag nun kam er auch, sah aber sehr nachdenklich aus, ganz gegen seine Gewohnheit. Der Kalif that die Pfeife ein wenig aus dem Munde, und sprach: Warum machst du ein so nachdenkliches Gesicht, Großvezier?"

Der Großvezier schlug seine Arme kreuzweise über die Brust, verneigte sich vor seinem Herrn und antwortete:Herr! ob ich ein nachdenkliches Gesicht mache, weiß ich nicht, aber da unten am Schloß steht ein Krämer, der hat so schöne Sachen, daß es mich ärgert, nicht viel überflüssiges Geld zu haben."

Der Kalif, der seinem Großvezier schon lange gerne eine Freude gemacht hätte, schickte einen schwarzen Sklaven hinunter, um den Krämer herauf zu holen. Bald kam der Sklave mit dem Krämer zurück. Dieser war ein kleiner dicker Mann, schwarzbraun im Gesicht und in zerlumptem Anzug. Er trug einen Kasten, in welchem er allerhand Waaren hatte. Perlen und Ringe, reich- beschlagene Pistolen, Becher und Kämme. Der Kalif und sein Bezier musterten alles durch, und der Kalif kaufte endlich für sich und Mansor schöne Pistolen, für die Frau des Vezierö aber einen Kamin. Als der Krämer seinen Kasten schon wieder zumachen wollte, sah der Kalif eine kleine Schublade und fragte, ob da auch noch Waaren seyen ? Der Krämer zog die Schublade heraus und zeigte darin eine Dose mit schwärzlichem Pulver und ein Papier mit sonderbarer Schrift, die weder der Kalis noch Mansor lesen konnten.