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Wir zogen den Nagel jetzt leicht heraus, und der Verwundete siel einem der Sklaven in die Arme.
„Wer hat mich hieher geführt?" sprach er, nachdem er sich ein wenig erholt zu haben schien. Mulep zeigte auf mich und ich trat zu ihm. „Dank dir, unbekannter Fremdling, du hast mich von langen Qualen errettet. Seit fünfzig Jahren schifft mein Leib durch diese Wogen, und mein Geist war verdammt, jede Nacht in ihn zurückzukehren. Aber jetzt hat mein Haupt die Erde berührt, und ich kann versöhnt zu meinen Vatern gehen." Ich bat ihn, uns doch zu sagen, wie er zu diesem schrecklichen Zustand gekommen sey, und er sprach: „Vor fünfzig Jahren war ich ein mächtiger, angesehener Mann und wohnte in Algier; die Sucht nach Gewinn trieb mich, ein Schiff auszurüsten und Seeraub zu treiben. Ich hatte dieses Geschäft schon einige Zeit fortgeführt, da nahm ich einmal auf Zante einen Derwisch an Bord, der umsonst reisen wollte. Ich und meine Gesellen waren rohe Leute und achteten nicht auf die Heiligkeit des Mannes, vielmehr trieb ich mein Gespött mit ihm. Als er aber einst in heiligem Eifer mir meinen sündigen Lebenswandel verwiesen hatte, übermannte mich Nachts in meiner Kajüte, als ich mit meinem Steuermann viel getrunken hatte, der Zorn. Wüthend über das, was mir ein Derwisch gesagt hatte, und was ich mir von keinem Sultan hätte sagen lassen, stürzte ich aufs Verdeck und stieß ihm meinen Dolch in die Brust. Vor seinem Ende verwünschte er mich und meine Mannschaft, nicht sterben und nicht leben zu können, bis unser Haupt die Erde berühren würde. Der Derwisch starb und wir warfen ihn in die See und verlachten seine Drohungen; aber noch in derselben Nacht erfüllten sich seine Worte. Ein Theil meiner Mannschaft empörte sich gegen mich. Mit fürchterlicher Wuth wurde gestritten, bis meine Anhänger unterlagen und ich

