■o£> 92 <Sr>
Das Schatzgraben selbst machte übrigens dem kleinen Muck mehr zu schaffen, als er geglaubt hatte. Seine Arme waren gar zu schwach, sein Spaten aber groß und schwer; und er mochte wohl schon zwei Stunden gearbeitet haben, ehe er ein paar Fuß tief gegraben hatte. Endlich stieß er auf etwas hartes, das wie Eisen klang. Er grub jetzt emsiger, und bald hatte er einen großen eisernen Deckel zu Tage gefördert; er stieg selbst in die Grube hinab, um nachzuspähcn, was wohl der Deckel könnte bedeckt haben, und fand richtig einen großen Topf mit Goldstücken angefüllt. Aber seine schwachen Kräfte reichten nicht hin den Topf zu heben, daher steckte er in seine Beinkleider und seinen Gürtel, so viel er zu tragen vermochte; und auch sein Mäntelein füllte er damit, bedeckte das Ucbrige wieder sorgfältig, und lud es auf den Rücken. Aber wahrlich, wenn er die Pantoffeln nicht an den Füßen gehabt hätte, er wäre nicht vom Fleck gekommen, so zog ihn die Last des Goldes nieder. Doch unbemerkt kam er auf sein Zimmer und verwahrte dort sein Gold unter den Polstern seines Sophas.
Als der kleine Muck sich im Besitz so vielen Goldes sah, glaubte er, das Blatt werde sich jetzt wenden, und er werde sich unter seinen Feinden am Hofe viele Gönner und warme Anhänger erwerben. Aber schon daran konnte man erkennen, daß der gute Muck keine gar zu sorgfältige Erziehung genossen haben mußte, sonst hätte er sich wohl nicht einbilden können, durch Gold wahre Freunde zu gewinnen. Ach, hätte er damals feine Pantoffeln geschmiert und sich mit seinem Mäntelein voll Gold aus dem Staube gemacht!
Das Gold, das der kleine Muck von jetzt an mit vollen Händen austheilte, erweckte den Neid der übrigen Hofbcdicnten. Der Küchenmeister Ahuli sagte: „er ist ein Falschmünzer," der Sklavenaufseher Achmet sagte: „er hatö dem König abgeschwatzt;" Archaz, der Schatzmeister, aber, sein ärgster Feind, der selbst hie

