144 So
mit ein paar Schalen von Cocosnuß mit Leder gefüttert, welche sie der Alten geschickt an die Füße steckten.
Jetzt war alles Hinken und Rutschen vorbei. Sie warf den Stab von sich und gleitete mit großer Schnelligkeit über den Glas- boden hin, indem sie den kleinen Jakob an der Hand mit fortzog. Endlich hielt sie in einem Zimmer stille, das mit allerlei Geräth- schaften ausgeputzt, beinahe einer Küche glich, obgleich die Tische von Mahagoniholz und die Sophas, mit reichen Teppichen behängt, mehr zu einem Prunkgemach paßten. „Setze dich," sagte die Alte recht freundlich, indem sie ihn in die Ecke eines Sopha drückte und einen Tisch also vor ihn hinstellte, daß er nicht mehr hervorkommen konnte. „Setze dich, du hast gar schwer zu tragen gehabt, die Menschenköpfe sind nicht so leicht, nicht so. leicht."
„Aber, Frau, was sprechet Ihr so wunderlich?" rief der Kleine, „müde bin ich zwar, aber es waren ja Kohlköpfe, die ich getragen, Ihr habt sie meiner Mutter abgekauft."
„Ei, das weißt du falsch," lachte das Weib, deckte den Deckel des Korbes auf und brachte einen Menschcnkopf hervor, den sie am Schöpfe gefaßt hatte. Der Kleine war vor Schrecken außer sich; er konnte nicht fasien, wie dies alles zuging, aber er dachte an seine Mutter; wenn jemand von diesen Menschenköpfen etwas erfahren würde, dachte er bei sich, da würde man gewiß meine Mutter dafür anklagen.
„Muß dir nun auch etwas geben zum Lohn, daß du so artig bist," murmelte die Alte, „gedulde dich nur ein Weilchen, will dir ein Süppchen einbrocken, an das du dein Leben lang denken wirst." So sprach sie und pfiff wieder. Da kamen zuerst viele Meerschweinchen in menschlichen Kleidern; sie hatten Küchenschür- zen umgebunden und im Gürtel Rührlöffel und Tranchirmesser; nach diesen kam eine Menge Eichhörnchen hereingehüpft; sie hatten

