werden, das im nämlichen Orte war. Dort hoffte er wenig­stens bei dürftiger Pflege von den Vorwürfen frei zu wer­den, die ihm daheim die letzten Tage seines Lebens verbitterten. Das war dem undankbaren Sohn ei» willkommenes Wort. Ehe die Sonne hinter den Bergen hinabging, war dem armen alten Greis sein Wunsch erfüllt. Aber er fand im Spital auch nicht Alles, wie er es wünschte, wenigstens ließ er feinen Sohn nach einiger Zeit bitten, ihm die letzte Wohlthat zu erweise», und ihm ein Paar Leintücher zu schicken, damit er nicht alle Nacht auf bloßem Stroh schlafen müßte. Der Sohn suchte die zwei schlechtesten, die er hatte, heraus, und befahl seinem zehnjährigen Kind, sie dem alten Murrkopf in's Spital zu bringen. Aber mit Verwunderung bemerkte er, daß der kleine Knabe vor der Thür eines dieser Tücher in einen Winkel verbarg, und folglich dem Großvater nur eines davon brachte. »Warum hast du das gethan?« fragte er den Jungen bei seiner Znrückkunft.Zur Aushilfe für die Zukunft," erwiederte dieser kalt und bvsherzig,wenn ich euch, Vater, auch einmal in das Spital schicken werde.«

Was lernen wir daraus? Ehre Vater und Mutter, auf daß es dir wohl gehe!

23. Das wohlfeile Mittageffen.

Es ist ein altes Sprichwort: Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Aber der Löwenwirth in einem gewissen Stadtteil, war schon vorher darin. Zu diesem kam ein wohlgekleideter Gast. Kurz und trotzig verlangte er für sein Geld eine gute Fleischsuppe. Hierauf forderte er auch

Hebel'« ausgewählte Erzählungen. 4