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giebt, drückt unaufhörlich von oben gegen die Erde hinab, ja sie will, vermöge einer inwendigen Kraft, unaufhörlich nach allen Seiten ausgedehnt und so zu sagen ausgespannt sein bis auf ein Gewisses.
Denn sie ist Gottes lebendiger Athem, der die Erde einhüllt, und Alles durchdringt und segnet, und hat gar viel verborgene Wunder. Also geht die Luft durch jede offene Thüre, ja durch jedwedes Spältlein in die Häuser, und aus einem Gehalt in das andere, und durch die kleine Ocffnung an der Spitze des Kölbleins hinein, und drückt auf das Quecksilber, und die Lust, welche noch außen ist, drückt immer nach und will auch noch hinein. Ei, sie drückt und treibt das Quecksilber in der langen Röhre gewöhnlich zwischen 27 und 28 Zoll weit in die Höhe, bis sie nimmer weiter kann. Denn wenn das Quecksilber in der Röhre einmal eine gewisse Höhe erreicht hat, so drückt es, vermöge seiner eigenthümlichen Schwere, der Luft wiederum dergestalt entgegen, daß beide in das Gleichgewicht treten. Da strebt gleiche Kraft gegen gleiche Kraft, und keines kann dem andern mehr Etwas anhaben. Die Luft spricht: „Gelt, du mußt droben bleiben?" Das Quecksilber spricht: „Gelt, du bringst mich nimmer höher?«
Merke viertens die Hauptsache: Der Druck und die Spannung in der Luft bleibt nicht immer gleich, einmal stärker, ein ander Mal schwächer. Die Gelehrten wissen selbst noch nicht recht, wo dieses herrühren will, nicht einmal der Hausfreund. Wird nun die Ausspannung der Luft aus einmal stärker, so daß man sagen kann, sie gewinne neue Kraft, so drückt sie auch um das stärker auf das Quecksilber im Kölblein, also, daß es in der Röhre höher hinauf muß,

