210
Doch, geneigter Leser! Es sind siebenhundert und einundfünfzig gekommen, und mehr als zweihundert von ihnen haben nicht nur fünfundzwanzig Jahre, sondern auch ihre vierzig und fünfzig Jahre und darüber fromm in ihrem Wandel und treu in ihrem Dienste ausgehalten. Das ist ein Respekt. Die Wahl that weh unter so viel achtnngs- werthen Menschen. Aber folgende zehn, der Hausfreund will keinen verheimlichen, sind für die würdigsten erachtet worden:
1) Johannes Brenner. Er diente nur bei zwei Herrschaften, bei der ersten fünfundzwanzig, bei der andern dreißig, in Allem fünfnndfünfzig Jährlein, ohne Vorwurf und ohne Tadel, und ist darüber sünfundsiebenzig Jahr alt geworden. Macht er nicht ein Gesicht, als wenn er schon das Sprüchlein hörte: „du frommer und getreuer Knecht, bist über Wenigem getreu gewesen, ich will Dich über Biel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude."
2) Adalbert Hamelton. Achtnndsechzig Jahre alt, ohne Vermögen, Vater von vier unversorgten Kindern, ist zwciundvierzig Jahre lang im nämlichen Dienst gewesen, als er die Belohnung des Kaisers empfing, und sagt: „ich habe noch nie gesehen den Gerechten verlasse», oder seinen Namen nach Brod gehen."
3) Anton Cares. Diente schon siebenunddreißig Jahre in einem fort bei dem Herrn Vicepräsidcnt von Som- merfelS, und der Herr Präsident sagt: „er sei ihm noch nicht feil."
4) Polixena Jmhoferin. Ist seit fünfundfünfzig Jahren in Diensten und hat sechsundvierzig davon in dem nämlichen Hause mit unbescholtener Treue zugebracht. Sie

