88

an den Puls. Das Fieber war noch immer nicht geschwun­den, und man mußte mir zur Ader lassen. Jda verrich­tete diese Operation mit viel Geschicklichkeit, indem sie mit einer kleinen Nadel meine Haut ritzte, dann wurde mein Arm verbunden, man bereitete mir Getränke, man kochte mir Krankensuppe und Compot; man machte Einreibun­gen, Umschläge und hielt mir das Riechfläschchen vor, wenn ich von einer Ohnmacht bedroht schien, auch räucherten die Kinder mit einer kleinen Kohlenpsanne, um die Luft der Krankenstube zu reinigen; dabei gingen sie immer auf den Fußspitzen, und sprachen ganz leise, um meine Nerven zu schonen.

Es war lange nicht so hübsch mit mir gespielt wor­den, das that mir sehr wohl. Aber die Freude war nicht von Dauer, denn als die Kinder sort waren und Emma zu Bette und als alles dunkel war, da'fühltc ich mich von einer fürchterlichen Hand gepackt, in ein Tuch gewickelt und hinweg getragen. Ich hatte oft von entführten Prin­zessinnen gehört, welche von Ungeheuern geraubt wurden; auch von den häßlichen Türken, welche zuweilen Frauen in Säcke stecken und ins Wasser werfen lassen; an alles das mußte ich denke» und zitterte nicht wenig. Doch bald beruhigte ich mich, denn ich erfuhr, daß in einigen Tagen