1

Kraninger, sonst auch der Göd*) genannt, hervor. Das Thal oberhalb des Dorfes lauft unmittelbar vorn Gebirge berab, es ist nickt breit und voll der saftig­sten Wiesen, unterhalb Kirchthal weichen die Berge mit den grünen Manteln allmählig zurück, und machen einer üppigen Ebene Platz, welche in tausend Gärten, Äckcr und Wiesen getheilt wie ein Tiroler Teppich voll bunter Streifen aussieht. Längs des rechten Waldsaumes schleicht eine Straße nach Kirch­thal, und kriecht hinter dem Dorfe auf das Gebirge binauf, wo sie nach mannigfaltigen Krümmungen und Windungen in den Wäldern endlich verschwin­det. Die reinlichen Häuser des Dorfes, hinter wel­chen sich Gärten voll der edelsten Obstbäume der Länge nach ausstrecken, sehen mit ihren Ziegeldächern aus wie Blumen mit grünen Blätterzweigen, und bilden einen Kreis, welchen rechts das Pfarrhaus und die Schule, links daS Ilmthaus und das Schloß mit seinem Parke vollends einschließen. Ein dicker Bach, der sich von dem Gebirge schäumend herab-

*) Göd Pathe, oder Gevatter.