stürzt, theilt sich ober dem Dorfe in zwei Arme, mit denen er die Gärten zn beiden Seiten umschlingt, und sie unter dem Schloße zn einem Teiche vereinigt,von wo er, wie das Ende einer Atlasschlcift das Thal hinunter flattert. Auf dem Platze zwischen dem Pfarrhause, der Schule und der Kirche stehen große schattige Linden, wo sich am Sonntag vor dem Gottesdienste die Gemeinde zu versammeln und an Wochentagen die Schuljugend zu tummeln pflegt. Dber und unter dem Dorfe liegen noch einzelne Hütten zerstreut, welche Holzknechte, Taglöhner und arme Leute bewohnen.
Die Kirchthaler selbst sind ein gutes Völkchen, sie leben schlickt und recht, haben keinen Ueberfluß, doch Mangel leiden sie auch nicht und danken Gott, daß es so ist.
Die merkwürdigste Person in Kirchthal aber ist der Pfarrer, ein freundlicher Greis, hoch über die siebzig, aber ewig jungen Gemütes, unverdrossen, ja heiter in Mühsal und unermüdet in seinem schweren Berufe. Er ist seit fünfzig Jahren Seelsorger int Drt, hat beinahe die ganze Gemeinde getauft und

