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„Ach, das alte Haus hat schon ganz andere Stürme überstanden sagte Base Barbara mürrisch. „Aber was gehst Du denn nicht zn Bett, wenn Dir so bange ist? Du könntest schon längst schlafen. Die Uhr geht auf elf!"
„Ich denke immer, der Vater könnte doch noch heim kommen. Aber macht doch den letzten Fensterladen auch noch zu, Base; es ist gar zu unheimlich, wenn der Wind so an den Scheiben rüttelt."
„Du denkst wohl, das Waldgespenst steht draußen, und klopft mit seinen knorrigen Wurzelfingern daran;" lachte Barbara, indem sie das Mädchen mit einem hämischen Seitenblicke betrachtete.
„Ach, erzählt mir lieber keine Spuckgeschichte mehr," bat Luise, „es ist mir ohnedies so bange heut. Wenn docb nur erst die Nacht vorbei, und der Vater wieder daheim wäre!"
„Hörst ja aber sonst gern von der weißen Frau drüben im Moor, die mit dem Irrlicht in der Hand herum geht und ihr ertrunkenes Kindlein sucht; oder vom wilden Jäger, der in solcher Nacht wie heut durch den Wald zieht, mit seinem Gefolge von Reitern ohne Köpfe, von feuer- züngigen Hunden und großen, häßlichen Eulen."
Luise zog hastig die Bänder ihrer Nachthaube zusammen und sagte: „Ich will doch lieber zu Bett gehen und mein Abendgebetlein hersagen, das hilft gegen Angst und Grauen," sagte die Mutter. „Ach, die liebe, liebe Mutter!" — Das von Angst bedrückte Herz des Kindes hatte jetzt einen Ausweg gesunden, Luise weinte leise.
Die Base sah sie mit einem häßlichen Blick an und murmelte vor sich hin: „Die Mutter und immer die Mutter!" dann hals sie dem Mädchen beim Entkleiden, um es nur schneller in’« Bett zu bringen. Luise gab ihr die Hand zur guten Nacht und fragte: „Kommt Ihr nicht auch mit, Base?"
Diese antwortete nicht sogleich, denn sie hatte sich eben horchend

