Eisbau leuchten sah. Klopfenden Herzens strebte er ihm zu, und bald war sein Ziel erreicht.
Geblendet von der flimmernden Pracht, schützte Li-hung- chang die Augen mit den Händen. Bläulich schimmernde Eisstufen führten aufwärts zu einer Säulenreihe, die einen gewaltigen runden Platz umschloß. Alles war aus glitzerndem, krp- stallklarem Eis, das azurblaues Geüder durchzog, die himmelhohen Säulen mit ihren Riesenknäufen, wie auch die hoch sich spannende Kuppelwölbung, die, von anderen Säulenkolossen gestützt, das Ganze überdachte. Zwischen den äußeren Säulen standen seltsame, orgelartige Eisgebilde, Thore der abwärts ziehenden Gletscher; an jedem befand sich ein Krähn, und jedes trug eine Inschrift.
Ein Mann mit langem, weißem Haar und ebenso schneeigem Barte, in einen weißen Talar gekleidet, schaute von dort aus hernieder in die Lande. Jetzt schritt er langsam die Eisstufen hinab, einem der Gletscherthore zu und drehte am Krähn.
Li-hung-chang trat zu ihm. „Was thust du hier?" fragte er.
„Siehe!" sagte der Mann und deutete abwärts.
Li-hung-chang sah in ein tiefes Thal und erkannte darin Städte und Dörfer, Felder und Pflanzungen und die arbeitenden Menschen; dann sah er, daß eine Wolke niederging und Regen brachte. „Dort?" rief er zornig, „siehst du nicht, daß Regen dort von Überfluß, daß die Cassiarinden eben geschichtet und noch nicht heimgetragen sind?"
Doch der Alte ließ sich nicht beirren, es regnete fort und fort. Da drehte Li-hung-chang hastig den Krähn zu. Er gewahrte, wie das Thal wieder mit Sonnenschein sich füllte, den die Menschen freudig begrüßten.

