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Es thut mir leid, dir die Sonne zu rauben, doch es muß ge­schehen zu aller Wohl," umarmte und küßte die kleine Soujau, befahl der Haushälterin, treulich für beide zu sorgen, und trat dann seine Reise an. Er ging zu Fuß, um unbeachtet zu bleiben, und war gefaßt auf eine mehr als achttägige Wan­derung.

Aber wie von Geisterhänden getragen, flog er dahin, die Berge ebneten sich, die Flüsse trugen ihn ans andere Ufer, wilde Tiere und verwilderte Menschen wurden mit Blindheit geschlagen, und der Mond war seine Leuchte. Als die Sonne, deren Macht er besiegen wollte, eben wieder ihren Tageslauf begann, stand er am Fuße des Berges. Der Koloß stieg ohne Waldschmuck, ohne Klüfte und Risse, glatt wie ein gehobelter Kegel, von der Thalsohle himmelan; nur Wasserrinnen durch­furchten seinen Felsenkörper in geringen Zwischenräumen, teils waren sie leer, teils reich gefüllt. Just da, wo Li-hung-chang stand, sprudelte silberhell ein Bach herab, bildete einen kleinen Wasserfall und erweiterte sich dann zu einem spiegelklaren See. Ihm zur Linken waren Stufen in das Gestein geschlagen, die aufwärts sich verfolgen ließen, so weit das Auge reichte. Nach einen: Schluck aus dem Quell klomm Li-hung-chang diese Felsen­treppe hinauf.

Immer leichter, durchsichtiger, klarer wurde die Luft, dann legte es sich plötzlich um des Kletternden Augen wie ein Wasser­schleier. Regenschwere Wolken hüllten ihn ein, Wassergarben schössen nieder -wie aus starker Brause; es rieselte, floß und rauschte rings um ihn her. Li-hung-chang konnte nichts sehen in dieser lebendigen Finsternis, und doch that er keinen Fehl­tritt. Endlich ward es wieder hell, und vor ihm lagen weite Schneegefilde: sie reichten bis zu den: Gipfel, auf dem er den