Burja faßte sich schnell. „Ich bin eine thörichte Dir»!" rief sie und sprang auf. „Barkusin, laß' mich ziehen, ich muß den Vater befreien."
„Wie aber?" fragte Barkusin.
„Das ersinn' ich unterwegs," sagte Burja, machte sich reisefertig und verließ gleich darauf mit dem Fremden die Hütte.
Jakub schaute ihr lange nach und begann dann heftig zu schluchzen: denn er hatte alles gehört, liebte Burja und war doch Tschitos Sohn.
„Wo wollen wir hin?" fragte der Fremde das Mädchen.
„Znr Hütte meines Vaters, die jetzt der arge Tschito bewohnt," erwiderte sie.
Aber des Fremden Reise hatte sich schon zu sehr verzögert; er mußte nun endlich nach Kjachta eilen, wollte er nicht allzu große Verluste erleiden. Er teilte das Burja mit, als er sie eine Tagereise weit geleitet hatte, und beide setzten sich auf einen Hügel, um die letzte Mahlzeit miteinander einzunehmen. Sie waren recht schweigsam und blickten beide auf, als zwei Raben dicht über ihren Köpfen dahinflogen. Der eine trug etwas Weißes in seinem Schnabel, und der andere krächzte; der Fremde aber vernahm die Worte: „Ich habe mein Ei am Fluß verloren —"
Doch der Fremde lauschte nicht weiter; er sprang auf und lief davon. Die erstaunte Burja verfolgte ihn ängstlich mit den Augen und sah ihn bald wieder zllrückkehren, heiß vom Laufen und doch ganz freudig erregt. Er reichte Burja ein Ei und gebot ihr, dieses zu essen; sie gehorchte und fühlte sich von nie gekannter Kraft beseelt. Jetzt hieß der Fremde sie niedersitzen und legte den Finger auf den Mund. Eine Schar wilder Enten flog vorüber.

