6

feiner Frau; er ging sogleich zum Nachbar, um deu besprochenen Tausch auszuführen. Der Nachbar gab für die beiden Ziegen gern einen Bienenstock. Die Bienen flogen unermüdlich vom frühen Morgen bis zum späten Abend aus und ein und füllten den Stock mit dem schönsten Honig, so daß Heinz im Herbst einen ganzen Krug voll herausnehmen konnte.

Sie stellten den Krug auf ein Brett, das oben an der Wand in ihrer Schlafkammer befestigt war, und weil sie fürchteten, er könnte ihnen gestohlen werden, oder die Mäuse konnten darüber geraten, so holte Trine einen starken Haselstock herbei und legte ihn neben ihr Bett, damit sie, ohne anfznstehen, die ungebetenen Gäste von dem Bette aus verjagen könnte.

Eines Morgens, als der faule Heinz am hellen Tage noch in den Federn lag, sprach er zu seiner Frau:Die Weiber lieben die Süßigkeit, und ich fürchte, du naschest von dem Honig; es ist besser, ehe er von dir allein ansgegessen wird, daß wir da­für eine Gans mit einem jungen Gänslein erhandeln." Aber nicht eher," erwiderte Trine,als bis wir ein Kind haben, das sie hütet."Meinst du," sagte Heinz,der Junge werde Gänse hüten? Heut­zutage gehorchen die Kinder nicht mehr gerne."O," antwortete Trine,dem soll es schlecht bekommen, wenn er nicht thut, was ich sage. Einen Stock will ich nehmen und ihm die Haut gerben, daß er an mich denkt. Siehst du, Heinz," rief sie in ihrem Eifer und faßte den Stock, mit dem sie die Mäuse ver­jagen wollte,siehst du, so will ich auf ihn los­schlagen." Sie holte aus, traf aber unglücklicherweise den Honigkrng über dem Bette. Der Krug fiel in