«rNk, Capitel.

Ferdinand und Lob.

Ich sehe wohl ein, Ferdinand, daß die zitterndeHand deiner kränklichen Mutter zn schwach wird, deincnLeichtsinn zu bändigen, deinen Uebermuth in den Schranken der Sitte n»d des Anstands zu halten, deinen Unbesonnenheiten vor­zubeugen, deine bei der geringsten Veranlassung überwallende Heftigkeit zu zügeln. Ja, mein Sohn, wir müssen uns tren­nen, ich muh dich in die strenge Schule des Lebens schicken, um mir den bittern Vorwurf zu ersparen, daß meine Schwach- heit, die verzeihliche Schwachheit einer allzu zärtlichen Mut­ter, Schuld trägt an deinen! Verderben. Oh, Ferdinand, wenn dn doch bedenken wolltest, daß Leichtsinn, Uebermuth, Unbesonnenheit verderblicher sind für die Zukunft und das Schicksal dessen, der diese Fehler nicht auszurotten vermag aus seinem Herzen, als selbst Bosheit und verstockteHerzens- tücke! Der Mensch, der Unglückliche, dem es an Selbst­beherrschung fehlt, der nicht in früher Uebung und strenger Wachsamkeit gelernt hat, Herr seiner Aufwallungen und Leidenschaften zu werden, ein solcher Mensch, mein Sohn, steht immer dicht am Abgrunde des Unglücks. Ein einziger unbewachter Augenblick kann ihn in rettungsloses Verderben stürzen, kann ihn für die ganze Zeit seines Lebens elend machen, kann in sein Gewissen den ewig nagenden Wurm

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