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Herr, Sie hatten es also auf meine armen Ohren abgesehen? Nun, ich hoffe, hinter diesen Mauern werden Sie bald auf bessere und mildere Gedanken kommen. Ich möchte gern meine Ohren noch möglichst lange behalten nnd werde zn diesem Ende alle geeigneten Schritte thun, Sie vor Ihrem scharfen Säbel sicher zu stellen. So lange Sie hier in der Bastille Ihre Wohnung aufschlagen!, kann ich ruhig und ohne die Befürchtung zu Bette gehen, am andern Morgen meine Ohren vergebens zu suchen. Wünsche Ihnen übrigens viel Lergnügen und bleibe Ihr gehorsamer Diener!"
^Sic sind ein Elender, ein Ehrloser, so zu mir zu reden, den Sie in's Verderben gestürzt haben!" sagte Ferdinand, der sich in diesem Augenblicke nicht zu beherrschen vermochte, mit Verachtung, und wendete dem Spion den Rücken zu. Dieser schien sich aber nur wenig von den harten Worten des Jünglings gekränkt zu fühlen. Höhnisch lachte er hinter ihm her nnd verließ dann das Gefängniß, indem er ein mnnteres Liedchen trällerte und die Worte murmelte: „Alles wohl! Bis der Fant aus diesem Thore wieder hinausgeht, werden seine hübschen, braunen Locken sich wohl in Silber verwandelt haben! Giftiger, kleiner Bursch, der! Gleich mit Ohrenabschneiden bei der Hand! Aber — wir leben hier nicht in der Türkei, und Polizei-Lieutenant Jean Dupuis ist des Herrn Ministers Excellenz rechte Hand. Du thust meinen Ohren nichts, guter Engländer!"
Während so der Verräther in der muntersten Stimmung von der Welt das traurige und schmerzenreiche Gefängniß verließ, wurde der arme Ferdinand in einen jener schrecklichen Kerker geführt, an denen die Bastille so reich war, und die sie zum Gegenstand der Furcht und des Abscheu's Aller machte, die nur jemals davon erzählen gehört hatten.
„Hier soll ich schmachten um so geringenFehlers willen!" rief der Unglückliche aus, als der Kerkermeister mit seinen rostigen Schlüsseln die niedrige, mit Eisen beschlagene Thür
Iolg«n des Leichtsinn«. 4

